Spaß an Digitalität und Kunst beim Kunsttag

Im Atelierhaus edition/19 in der Hinterstraße der Siegener Oberstadt fanden die zahlreichen Gäste des Kunsttages viel Interessantes zum Entdecken und Mitmachen, gerade beim „Terraforming“ im „Augmented Reality“-Sandkasten des Chaos Computer Clubs Siegen. Der Kunsttag fand am Sonntag, den 05.05.2019 an vielen verschiedenen Orten mit  Ausstellungen in Siegen statt. Chaos Siegen nahm in der edition/19 (auch Atelierhaus Oberstadt genannt) am Kunsttag teil. Von mittags bis abends stellten hier neben Chaos Siegen auch Jennifer Cierlitza und Katharina Gimbel ein gemeinsames künstlerisches Projekt aus. Darüber hinaus waren auch Arbeiten von USK57, der Street Art Szene Siegens und Siebdruckmacherinnen zu sehen - gerahmt von einer Klanginstallation.

"Während Kinder wie Erwachsene Sandberge und Täler im Kasten bauen und verschieben", erklärte Moe, Vorstandsmitglied des Chaos Siegen, "erkennt die Kinect die Veränderung an der Sandoberfläche, welches grafisch verarbeitet und durch einen Nahfeldbeamer farblich wieder auf den Sandkasten geworfen wird. So werden Täler und Berge eingefärbt und mit Höhenlinien versehen, wie es auf Landkarten üblich ist." Die Kunsttagbesucherin und  Erdkunde und Kunst-Lehrerin Frau E. fühlt sich an den Diercke-Weltatlas erinnert – nur dass hier die Kinder interaktiv ein Gefühl für Form, Farbe sowie Höhen erhalten. Dann hält Moe seine Hand ausgestreckt über die Hügellandschaft, woraufhin Niederschlag in dunklem Blau simuliert wird, der dickflüssig die Berglandschaft hinab ins Tal läuft.

Die Programmierung selbst stammt von Institute for Data Analysis and Visualization (IDAV). Vor einigen Jahren kaufte die Universität Siegen ein fertiges Set, von denen sie Bauteile heute wiederum anders weiter verwendet.
"Um dieses Erlebnis zum Kunsttag anzubieten", führt Moe weiter aus, waren mehrere Personen in verschiedenen Rollen aus verschiedenen Organisationen beteiligt." Er nennt die Mischung an Kreativen, Technikern, Makern und Künstlern einfach: „Die Szene“.
Neben dem Fablab der Universität Siegen, welches den Sandkasten und die Kinect zur Verfügung stellte, stammt der Rechner mit der leistungsstarken Grafikkarte vom Hackspace Siegen e.V. Ein Student der Wirtschaftsinformatik und ein Mathematiker organisierten Nahfeld-Beamer respektive den Sand.

„Wir sehen in Künstlern auch Hacker“, erklärt Moe und weist auf die Hackerethik des Chaos Computer Clubs hin. Dort steht „Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen“. Zusammen mit den Kreativen der edition/19 hat die Szene einen wichtigen Ort für sich und alle gefunden, unterstreicht Moe und zeigt auf die anderen Exponate. Unter dem Motto „Mapping Siegen“, kartographierten Jennifer Cierlitza und Katharina Gimbel mittels Frottage und Fotografie den Ort des Ateliers samt Umraum und USK57 ermöglichte es, dank Virtual Reality neben Siegen auch andere Orte auf der Welt zu erkunden. Die benannten Exponate zeigten gemeinsam mit der Street-Art im Keller mit Fotografien realer Tags auf Wänden oder auch Zügen sowie dem Siebdruck-Angebot woran „die Szene“ sich in der Welt reibt – und die Welt an „der Szene“.

Coverbild CC-0 Moe