Per Ratsbeschluss vom 25. September 2019 hat sich die Stadt Siegen dazu entschlossen, bei künftig zu treffenden Maßnahmen und Entscheidungen die Folgen für das Klima miteinzubeziehen. Wir vom ‚Offenen Klimabündnis Siegen-Wittgenstein‘ beobachten seitdem die Entwicklungen und stellen fest: Bürgermeister Steffen Mues und der Rat der Stadt Siegen belassen es bei reinen Lippenbekenntnissen.

Seit dem erzielten Ratsbeschluss für entschiedenes Handeln gegen den fortschreitenden Klimawandel, betreibt die Stadt Siegen weiterhin klimaschädliche Politik.

Hier die Liste des Versagens wie die Stadt Siegen und Oberbürgermeister Steffen Mues weiterhin völlig verantwortungslos gegen den eigenen Ratsbeschluss handeln:

Gewerbegebiet Martinshardt II ein grünes Feigenblatt: Als grünes Vorzeigeprojekt mit E-Bike-Ladestationen beworben, geht es hier lediglich um maximale Industrieansiedlung auf Kosten der Umwelt.

Privatisierung von kommunalem Grundbesitz: Für noch ein weiteres Restaurant, das Timberjack, wurden Grünflächen geopfert und öffentlicher Grund in private Hand gegeben.

Kein Stromnetz in Bürgerhand: Stattdessen stimmt die Stadt Siegen der Industriehochzeit zwischen Westnetz und E.ON zu und opfert eine nachhaltige Stromversorgung dem Profit.

Abrissbirne statt Werterhaltung: Anstatt die vorhandenen Gebäude klimafreundlich zu sanieren, entsteht per Abrissbirne das Johann Moritz Quartier; Sanierung von Gebäuden weist eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf als der Bau von neuen Gebäuden.

Mobilität bedeutet immer noch ‚Auto zuerst‘: Beispiele hierfür gibt es zur Genüge, der Ausbau des Kreisverkehrs am Schleifenmühlchen oder das Festhalten am Bau des Siegbergtunnels; Mobilität muss ganzheitlich gedacht werden und nicht nur aus Sicht von Autofahrer*innen.

Versiegelung sorgt für weitere Rekordsommer: Durch die Bebauung des Wellersbergs verschwinden weitere wichtige Grünflächen unter Asphalt; auch der Herrengarten soll betoniert werden; statt mehr grüner Lebensraum plant die Stadt Siegen neue Hitzerekorde.

Diese Liste des Grauens ließe sich problemlos verlängern.

Darum fordert das Offene Klimabündnis Siegen-Wittgenstein: „Bürgermeister Mues, stoppen Sie sofort diese verantwortungslose, klimafeindliche Politik. Halten Sie sich an den gefassten Ratsbeschluss aus dem September 2019. Sofort!“

Das Erreichen der Klimaneutralität bis zum 2030 haben sich viele Kommunen in Deutschland auf die Fahnen geschrieben. Wir fordern den Rat der Stadt Siegen auf, endlich zu liefern, anstatt zu labern.

Wer wir sind

Das Offene Klimabündnis Siegen-Wittgenstein ist ein Zusammenschluss von Gruppen, Vereinen, Initiativen sowie Einzelpersonen. Uns eint das nichtverhandelbare 1,5 Grad-Ziel. Für Deutschland fordern wir ausdrücklich:

Netto-Null-CO2-Emissionen bis zum Jahr 2035 erreichen,

Kohleausstieg bis zum Jahr 2030,

100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis zum Jahr 2035.

Wir haben uns zusammengefunden, um Wege zu einem klimagerechten Siegen zu finden, für die konkrete Umsetzung der Maßnahmen einzutreten und breite Mehrheiten für unseren Weg zu gewinnen.

Wir schauen, was global notwendig ist und was wir lokal tun können.

Wir stellen unsere Gemeinsamkeiten in den Vordergrund und gehen respektvoll und solidarisch miteinander um. Grenzen findet diese Pluralität in jeder Form von Menschenfeindlichkeit und ökologischer Unverantwortlichkeit. Faschist*innen, Rassist*innen, Antisemit*innen und Sexist*innen, sowie Personen, die durch Äußerungen auffallen, die anderweitig menschenverachtend sind oder die Klimakrise leugnen, werden bei uns nicht geduldet.

Wir arbeiten hierarchiefrei.

Wir beraten und entscheiden basisdemokratisch. Dabei achten wir auf einen solidarischen und respektvollen Austausch untereinander. Für Beschlüsse streben wir Konsens an. Nach außen vertritt das Bündnis nur abgestimmte Positionen.

  • Pressemeldung vom Offenen Klimabündnis Siegen Wittgenstein April 2021