Die Platane im Bereich der Baustelle "Johann Moritz Quartier" in der Siegener Innenstadt kann mittelfristig nicht erhalten werden.“ (Link)

Wie in der Begründung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 415 „Johann Moritz Quartier“ im September 2019 unter Punkt 4.6.2 zu lesen war, sind

während der Bauarbeiten besondere Schutzmaßnahmen zu beachten. Von einem Rückschnitt der Platane sollte abgesehen werden, es ist davon auszugehen, dass die Platane ein starkes Wurzelwachstum ausgebildet hat, daher müssen die Arbeiten im Wurzelraum mit der gebotenen Vorsicht erfolgen. Das ganze Schutzverfahren (Bestandsaufnahme, Zustandskontrolle, Schutzmaßnahmen während der Bauzeit) soll von einem
Baumsachverständigen begleitet werden.

Erst nach dem Abriss [der alten Gebäude] fällt den Beteiligten auf, dass der Baum nun völlig frei steht und daher „biomechanisch“ nicht auf die für ihn nun völlig neuen Windlasten eingestellt sei. Dadurch sei auch die Verkehrssicherheit nun nicht mehr gewährleistet. Generell, so der Stadtbaurat der Stadt Siegen, müssten für die Einrüstung des Neubaus Kürzungen beziehungsweise Kappungen an der Platane erfolgen, welche den Baum dann in einem Maße beeinträchtigten, dass seine Fällung vorgeschlagen wurde.

Es fällt schwer angesichts einer solchen Argumentationskette nicht zynisch zu werden. Eigentlich ist es Aufgabe der Verwaltung für die Einhaltung und Umsetzung der im Rat getroffenen Entscheidungen zu sorgen. Eigentlich sollten die Behörden dafür sorgen, dass sich Bauherren bei der Durchführung von Baumaßnahmen an Auflagen halten.

Ist es Zufall, dass im Entwurf der beauftragten Architekten und Stadtplaner „Piske & Partner“ der Baum ohnehin nicht eingezeichnet ist? Die Deutung liegt also nahe, dass hier zum wiederholten Male
nicht Natur- und Umweltschutz im Vordergrund stehen, sondern rein wirtschaftliche Interessen. Dabei beschloss der Rat erst im September 2019, dass

die Universitätsstadt Siegen die Eindämmung des
Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität anerkennt [...] und konkret die im Klimaschutzkonzept der Stadt Siegen aufgeführten Maßnahmen schnellstmöglich umsetzt, sowohl zur Verbesserung des städtischen Mikroklimas“

(siehe Niederschrift der 48. Sitzung des Rates der Stadt Siegen am 25.09.19)

Der Baum steht auf öffentlichem Grund und Boden und gehört damit allen Siegener Bürgerinnen und Bürgern. Er sorgt nicht nur optisch für eine absolute Aufwertung des tristen und betonlastigen Bahnhofsbereiches, sondern eben auch für eine Verbesserung des angesprochenen Mikroklimas. Der Baum ist gesund und trägt seit langer Zeit zum Stadtbild der Siegener Innenstadt bei.

Das Offene Klimabündnis Siegen-Wittgenstein protestiert dementsprechend gegen die Fällung des Baumes und lehnt die Überlegungen der Verwaltung diesbezüglich entschieden ab. Wir fordern, dass alle Baumaßnahmen so durchgeführt werden, dass die Platane unversehrt erhalten bleibt.

Wir fordern, dass die Verwaltung für die Umsetzung der klimarelevanten Belange und den Baumschutz sorgt. Ebenso appellieren wir an alle Ratsmitglieder, den Antrag auf die Fällung des Baumes bei der
Ratssitzung am 06.05.2020 abzulehnen!

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich unserem Protest anzuschließen und entsprechende Forderungen an die Stadt Siegen zu senden, respektive sich öffentlich dazu zu positionieren. Gerne auch innerhalb sozialer Medien mit folgenden Hashtags:

#platanebleibt #platanestattplanieren #baumfällungbeSIEGEN #rettetdieplatane

Chaos Siegen dankt dem Offenen Klimabündnis und Inge Otterbach für die Pressemitteilung.